Seit Jahrzehnten verschiebt die Automobilindustrie die Grenzen der Innovation, aber was sieht die tägliche Realität für die Ingenieure an vorderster Front aus ? Wir haben Interviews mit Spezialisten aus 16 verschiedenen Engineering - Disziplinen analysiert – von der Fahrzeugdynamik über die Crash - Sicherheit bis hin zur Fertigung –, um die Aufgaben zu identifizieren, die ihre wertvollste Zeit in Anspruch nehmen, und die Frustrationen, die die Entwicklung verlangsamen.Die Daten offenbaren eine klare Wahrheit: Ein erheblicher Teil der Engineering - Zeit geht nicht für bahnbrechende Konstruktionen verloren, sondern für wertschöpfungsfreie, repetitive Aufgaben, die reif für die Automatisierung sind.
Zeitfresser: 20 – 40 % der Woche gehen verloren
Auf die Frage nach den Aufgaben, die 20 – 40 % ihrer Zeit beanspruchen, wiesen Ingenieure übereinstimmend auf die manuelle Datenaufbereitung und - validierung hin.Dazu gehören:
- Fahrwerk / Aufhängungs - Ingenieur: Lastfalldefinition und Input für MBD - Simulationen, was einen manuellen Querverweis von Daten erfordert, um exakte Simulationsbedingungen zu definieren.
- Messtechniker: Manuelle Erstellung von Inspektionsplänen aus 2D - Zeichnungen, Übersetzung komplexer GD & T - Angaben(Form - und Lagetoleranzen) in Schritt - für - Schritt - Routinen für die KMG.
- Product Release Engineer: Formalisierung der Stücklisten - Freigabe(BOM), manuelle Verifizierung und Befüllung von Datenfeldern im PLM - System.
- Test - und Validierungsingenieur: Erstellung des Abschluss - Testberichts, Synthese von Rohdaten und manuelle Sicherstellung der Konformität mit internen Vorlagen.
Die größte Frustration: Das "eine Ding", das es zu lösen gilt
Wenn Ingenieure nur eine Frustration lösen könnten, um ihr Leben drastisch zu verbessern, verdeutlichen die Antworten kritische Engpässe im Simulations - und Fertigungsprozess:
- VAC / Thermal Management Engineer: Genaue Vorhersage von Real - World Soaking und Kabinen - Abkühlung, ein hochvariabler und schwer zu bestimmender Aspekt der thermischen Leistung.
- CAE - Analyst: Automatische Netzgenerierung und - bereinigung, was 50 % ihrer Zeit in Anspruch nehmen kann, bevor überhaupt eine Simulation laufen kann.
- Werkzeug - und Vorrichtungsbauingenieur: Schnelle Machbarkeitsanalyse der Bauteilgeometrie für die Werkzeugerstellung, um Entwürfe, die prohibitiv teuer oder unmöglich zu fertigen sind, sofort zu markieren.
- Interieur / Trim - Ingenieur: Toleranz - Stack - Up - Analyse direkt an komplexen Baugruppen, um kumulative Toleranzprobleme schnell zu prüfen.
Hohe Einsätze, hohes Risiko: Wo KI nicht versagen darf
Ingenieure sind sich klar über die sicherheitskritischen Bereiche, in denen ein Fehler herbe und schwerwiegende Folgen hat und in denen sie einem KI - Assistenten ohne menschliche Aufsicht nicht vertrauen würden:
- Crash - Sicherheit: Bestimmung des Airbag - Auslösezeitpunkts und Sensorkalibrierung.
- Packaging: Hochvolt - Kabelführung(HV) und Bauteilfreigänge, da Kollisionen Brandgefahr oder katastrophale Verzögerungen in der Montage bedeuten.
- Supplier Quality Engineer(SQE): Die finale Freigabe des Production Part Approval Process(PPAP), da ein Fehler hier bedeutet, dass fehlerhafte Teile über die gesamte Programmlaufzeit geliefert werden, was zu Rückrufen führt.
Der Schlüssel zur Akzeptanz: Nahtlose Integration
Ein wiederkehrendes Thema für die Einführung von KI und neuen Werkzeugen ist die absolute Notwendigkeit der nahtlosen Integration in bestehende Workflows.Wie es der Fahrwerk - Ingenieur ausdrückte: „Wenn die KI kein Modul *innerhalb *der MBD - Umgebung ist... wird sie ignoriert.“ Der SQE benötigt die KI, um Lieferantendokumente gegen Vorlagen zu prüfen, *bevor *er sie überhaupt ansieht, als obligatorisches Gate.Ebenso betont der Messtechniker: „Die KI muss die Sprache von GD & T spricht und in die KMG - Programmierumgebung integriert sein.“ Für Ingenieure ist ein neues Werkzeug nur dann wertvoll, wenn es die Reibung in den komplexesten und zeitaufwendigsten Schritten reduziert – und die Vermeidung von Non - Compliance und Garantieansprüchen wird oft als *weitaus *wertvoller angesehen als eine geringfügige Zeitersparnis in der Entwicklung.Die Zukunft des Automotive - Engineerings liegt nicht nur im Design besserer Autos, sondern im Bau besserer Werkzeuge, die diesen Prozess unterstützen.